Einhörner soweit das Auge reicht

Die Social Media Welt identifiziert sich ja bereits seit langem mit Unicorns, Zauberern, Hexen (?!) und besonders viel Magie. Zauber und Glitzer sind immer dabei und wenn man unsere Kunden fragt, wofür sie uns bezahlen, kommt meistens – “Für’s Zaubern”. Auch neue Kunden kommen immer häufiger auf uns zu und erwarten sich Magic! Alles muss viral sein, glitzern muss es und verkaufen soll es auch. Im Prinzip sind das alles gerechtfertigte Anforderungen an (die selbst ernannten) Einhörner der digitalen Landschaft.

Der Mythos um das Fabelwesen boomt stärker denn je. Nachdem nicht nur Kondom-Hersteller, sondern auch Kommunikationsagenturen danach benannt sind, lässt sich also erkennen – die Einhörner haben es in sich. Ein Eisbär oder ein Fisch hätten nicht denselben Effekt und Katzen müssen sich schon sehr anstrengen, wenn sie da mithalten möchten.

Das ist geil – wir machen das jetzt so

Die Frage steht noch immer im Raum – und wer sie beantworten kann, möge mich bitte aufklären – seit wann und vor allem weshalb sind Einhörner auf einmal so trendy? Viele Unternehmen oder Agenturen suchen ihren Firmenwortlaut ja mit besonderer Obacht aus – beim Unicorn ist es eben die bereits gegebene “Sexyness” und damit ist gut?

Aber im ernst – Wieso genau Unicorns?

Was zeichnet ein Unicorn denn überhaupt aus? Was genau kann ein Einhorn besser als eine Katze, ein Eisbär oder ein Fisch? Vielleicht ist es auch uncool, die Bedeutung der Social Media Einhörner und den Hype zu analysieren und in Einzelsteile zu pflücken, trotzdem glaube ich, dass nicht überall, wo Einhorn drauf steht, auch Einhorn drinnen ist. Sich bloß einen fancy Namen zu geben macht noch lange kein Wunder aus. Die Leistung dahinter muss eines Einhorns würdig sein und genau diese Kreativität widerspiegeln.

Ich versuche mich in der Beschreibung, weshalb das Einhorn zum Trend wurde und nicht der Eisbär …. Mal ausgehend davon, dass das Einhorn die Fancy-Variante eines Pferdes ist und dieses früher als Arbeitstier definiert und eingesetzt wurde, kommt die spannende Kombination von Glitzer und Feenstaub dazu. Was wiederum die Leistungen vieler Agenturen, Personen und Influencer beschreiben soll.

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Aber genug philosophiert … Eigentlich möchte ich darauf hinaus, dass nicht überall Unicorn drin ist, wo auch Unicorn drauf steht. Und genau das ist der Punkt, welchen weder wir (unter uns), noch Kunden lange sehen möchten. Ist ja lieb und nett, wenn man sich ein schönes buntes Einhorn vom Grafiker malen lässt, dieses als Logo verwendet und das Wording auf psuedo-kreativ umstellt, aber im persönlichen Gespräch (face-to-face) schnell klar wird, dass das keine Regenbogenkotze ist, sondern einem ganz anders schlecht dabei wird.

Die Endkunden mögen das in erster Hinsicht vielleicht noch als spannend betrachten und es klingt ja alles bei sämtlichen Präsentationen sehr toll, aber Zauber versprechen und dann mit einem geknickten Zauberstab in die Schlacht gehen funktioniert auf lange Sicht nicht.

Kundenservice endlich verstehen

Im Endeffekt ist der einzige Punkt, der wirklich zählt, der Endkunde. Wenn dieser sich nicht verzaubern lässt oder eben nicht auf Zauber steht, sondern klassische Modelle bevorzugt, muss man ihm erst einmal beweisen, wozu Unicorns überhaupt im Stande sind. Aber noch wichtiger – welchen Mehrwert Zauberei, Glitzer und Feinstaub (ersetzt diese magischen Begriffe mit euren Leistungen) bieten. Hier sind wir gefragt und vor allem werden wir als beratende Instanz dazu herausgefordert, uns in den Kunden oder das Unternehmen hinein zu denken und ihnen das bieten und für sie das leisten, was sie wirklich brauchen … Eine Kopie vom vorigen Projekt kann jeder machen, aber nicht Unicorns – Wenn schon zaubern, dann richtig!

Jedem an die Nase binden, wie kreativ man doch nicht ist, wie viele Awards man gewonnen hat und  was für spannende Lösungen man anbieten “kann”, aber nicht zuhören, wo der Need wirklich besteht – diese beiden Ansätze lassen sich unter keinen Umständen miteinander vereinbaren.

Ich persönlich habe es satt, mich mit Unternehmen, Einzelpersonen oder Bloggern zu unterhalten, die von sich selbst behaupten, sie wären das nächste Unicorn – gefühlt die Nummer 5.999. Beim näheren Betrachten und der Nachfrage, wieso soll es denn ein Unicorn sein? – Naja, weil das halt jeder so macht.

Kinder, jetzt mal ganz im ernst. Wenn Unicorn, dann bitte richtig mit allem, was dazu gehört. Die Menschen um dich verzaubern und vor allem den Kunden nicht nur Märchen versprechen, sondern auch das passende Kleid und die Umstände dafür schaffen.

Und ich …

Schaukel wird frei

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