Macht in Gesellsca

Corporate vs. Culture

Ich habe mich in den letzten Tagen der Dimensionierung von Kulturen nach Hofstede angesehen und möchte hier in kurzer Ausführung auf einige (für mich) wichtige Punkte eingehen.

Das Hofstede Modell im Kontext zu betrachten gelingt erst dann, wenn man den Hintergrund seiner Befragungen versteht. Seine Studie bzw. Umfrage basiert auf einem großen Konzern (IBM) und lässt sich sehr gut in Verbindung zu Kulturen und Diversität bringen. Er beschreibt sechs Dimensionen innerhalb von Kulturen, welche sich in ihrer Form auf zwei Unterschiede beschränken.

Culture is the collective programming of the mind that distinguished the members of one group or category of people from others.

In jedem Kollektiv, jeder Versammlung oder jeder Gesellschaft gibt es eine Varietät an Individuen – verschiedene Charakteristiken lassen sich im Hofstede Modell und in Folge der Umfrage sehr gut erkennen. Kultur „geschieht“ überall. Nationen, ethnische Gruppen, Organisationen und Unternehmen haben ihre individuellen Kulturen und Eigenheiten. Der einzige nicht-untersuchte Bereich sind Berufe. Man kann Ingenieure nicht mit Buchhaltern gleichstellen und Akademiker mit anderen Bildungsstufen – Ihre Kulturen lassen keinen Vergleich zu.

Kultur ist eine Frage der Entwicklung

Modernismus und wirtschaftliche Entwicklung tragen einen wichtigen Beitrag zur geformten Kultur bei. Kultur ist dementsprechend kein statischer Begriff sondern ein Prozess, der zwar mehr als nur eine Generation benötigt um einen Wandel zu durchlaufen, aber sich eben durch äußere Einwirkung ändert.

Der US Anthropologe Edward T. Hall (1976) beschreibt den Wandel als eine Veränderung aufgrund von Kommunikation. Hier spielt der Informationsfluss durch neue Medien aber auch durch Medienschaffende eine wichtige Rolle. Wieder ein Punkt, der mich in meiner persönlichen Behauptung bestärkt, dass auch Medien und Unternehmen einen Bildungsauftrag haben und nicht nur Institutionen, welche einen „Stempel“ mit dem Pseudonym „Bildungseinrichtungen“ tragen.

Entwicklung passiert aber auch individuell – jede Person ist ihrer eigenen Entwicklung mächtig und entscheidet in einem gewissen Maß die Strecke und den Weg, den man als Person geht bzw. gehen möchte. Das Kategorien-Denken ist vorbei und bedeutet eine Revolution im Umgang mit Begriffen oder Dimensionen wie Natur, Medizin, Well-Being, Analysen, Zeit, Alter, Gerechtigkeit usw.

Individuum vs. Gesellschaft

Auch wenn Hofstede bereits 2011 davon gesprochen hat, dass Rückschlüsse von einem Individuum nicht auf die Gesellschaft zu führen sind, bekommen wir dies in den heutigen Geschehnissen hautnah zu spüren. Man sehe sich die Bundespräsidentschaftswahlen in Österreich an, den BREXIT in Großbritannien und die Herausforderungen vor denen die Politik steht, die Gesellschaft im Zaum zu halten. Es war noch nie variabler als jetzt. Meinungsverschiedenheiten und „Lager-Verteidigungen“, welche sich in diesen Monaten abspielen konnte man in der Geschichte der Gesellschaften bis dato nicht erkennen. Auch Hofstede erklärt in seiner Studie, dass es nicht auf das „n“ (also die Anzahl der Teilnehmer) ankommt. Es kommt nämlich immer anders als gedacht. Eine gespaltene Gesellschaft, die fast keinen Zwischenraum mehr zulässt. Entweder schwarz oder weiss – im Fall Österreich: entweder grün oder eben blau.

FOTO: APA/HELMUT FOHRINGER
FOTO: APA/HELMUT FOHRINGER

Die verschiedenen Dimensionen und ihre Unterschiede

Macht zeigen - HofstedeMacht Unterschiede lassen sich auf vielen Ebenen erkennen. Zum Beispiel werden in manchen Kulturen Eltern und Kinder als „gleich“ angesehen. In anderen Gesellschaftsformen haben Eltern selbstverständlich einen stärkeren und vor allem Befehl-artigen Einfluss auf ihre Kinder. Gesellschaften mit wenig macht bedeutet, dass Studenten im Mittelpunkt stehen während das Gegenteil scheinbar ein Lehrer-Zentriertes-System ist. Hier stellt sich mir die Frage, ob die nicht bereits im Umschwung ist. Die Frage nach dem Bildungslevel ist keine Frage der Ausbildenden Kräfte, sondern der Auszubildenden. Man sieht eben auch bei den Beispielen der #bpw16 und des #Brexit, dass Studenten und Personen, welche einen vermehrten Anteil an Bildung genossen konnten die „richtigen“ (die Diskussion über richtig und falsch erspare ich mir hier) Entscheidungen treffen und haben jeweils für die bessere Alternative gewählt. Ein Verständnis der und für Gesellschaft geht sehr wohl mit Bildung einher.

Wer entscheidet über Sicherheit?Sicherheit versus Unsicherheit. Dieser Punkt lässt sich auch auf viele Situationen herunterbrechen. Jobentscheidungen aktiv zu treffen, oder einfach nur in einem Beruf „picken zu bleiben“ (würde der Österreicher hier sagen) sagt auch viel über die Sicherheit der Gesellschaft aus. Das Akzeptieren von Regeln fällt ebenfalls unter diese Kategorie – es hat alles mit dem eigenen Sicherheitsgefühl zu tun. Doch wer entscheidet, was in einer Gesellschaft, in einer Kultur sicher ist und was nicht? Wer ändert im gegebenen Fall etwas an der Unsicherheit?

Beim Thema Individualismus spricht Hofstede besonders stark die Diversität in Gesellschaften an. Eine Ich-Zentrierte Gesellschaft wird andere Auswirkungen auf das Zusammenleben bzw. Erfolg und Erwartungen haben als ein „Wir-Denken“. Das Recht auf Privatsphäre spielt hier ebenfalls eine Rolle – das Gegenteil hierzu beschreibt Hofstede als „Stress Dinge zu besitzen“. Um auch auf die Bildung zurück zu kommen gibt es hier den Unterschied zwischen „Bildung ist dazu da um etwas zu lernen“ und „Bildung ist dazu da, etwas im Endeffekt zu SCHAFFEN“. Nun möge jeder selbst für sich entscheiden welchen Weg er wählt. Ob das Lernen reicht um seinen Zielen ein Stück näher zu kommen. Aber im Endeffekt zählt nicht das Gelernte, sondern das Angewandte.

Warten auf langfristigkeitZielausrichtung – lang- oder kurzfristig? Ein Thema, über das man sich stundenlang unterhalten könnte. Hier sind die effektiven Unterschiede am größten. Das Thema Traditionen wird in diesem Übergeordneten Thema angesprochen – Traditionen sind unantastbar (kurzfristig und schnell gedacht – vielleicht manchmal auch der einfachere Weg) und auf der anderen Seite die konstante Änderung von Traditionen. Das ständige Anpassen an die aktuelle Lage oder sogar an die Gesellschaft und Kultur, in der man sich aufhält und bewegt. Ausgaben, um auch auf das Thema Geld einzugehen, sind bei einer kurzfristigen Sicht klar auf Social-Spendings ausgerichtet und der Konsum feiert sich stark. Auf der anderen Seite richten sich diejenigen, die langfristig denken, anders aus – Eine hohe Sparquote (die leider aufgrund von Banken auch immer weniger wird) und hohe Investitionen in Startups oder Immobilien (ich nenne hier bewusst im Nebensatz den Startup Hypes – anders kann man ich mir die Bereitschaft von Privatpersonen in junge und unerfahrene Unternehmen zu investieren nicht erklären).

Mit diesem Punkt lässt es sich gut mit einem Zitat von Hofstede schließen

Long Term Orientation became Future Organisation – There are two Dimensions: Human Orientation and Performance Orientation.

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