Bildungsauftrag 2.0

Das Protokoll beginnt folgendermaßen: “So jung und schon ein Entrepreneur! Es war einmal ein kleines Mädchen, namens Ana-Maria. Sie besuchte vor einigen Jahren die VBS-Schönborngasse, spezialisierte sich im Ausbildungsschwerpunkt Entrepreneurship auf ihr Interessensgebiet und maturierte mit sehr gutem Erfolg.”

Das mit dem “kleinen Mädchen” stimmt zwar nicht ganz so. Mit 18 Jahren ist man dann vielleicht nicht mehr ganz so klein 😉 Aber den Rest unterschreibe ich genau so wie er da steht.

Am 16.12.2015 hatte ich die Möglichkeit, in meinem Lieblingscafé in Wien – im Stadtkind – den Schülerinnen und Schülern aus dem Ausbildungsschwerpunkt Entrepreneurship der VBS Schönborngasse über meine schulische aber vor allem berufliche Laufbahn zu erzählen … Wie aus dem Traum (hatte ich den damals überhaupt schon?!) Unternehmerin zu werden, Wirklichkeit wurde.

09.00 Uhr – the stage is mine, but first coffee.

Eine gemütliche Runde war das. Insgesamt 15 Personen an einem langen, schön gedeckten Tisch. Davon eine Professorin, eine Geschäftsführerin und 13 Kinder (einige fehlen im Bild) im Alter von 17-19 Jahren. Der Grund dieses Zusammenkommens war eindeutig – gemütlich das Schuljahr ausklingen und Personen aus der Praxis erzählen zu lassen. Die Wahl von Mag. Heidenhofer fiel in diesem Jahr auf mich. Die Schwester einer ihrer Schülerinnen aber auch gleichzeitig eine ihrer Absolventinnen aus dem Jahre 2011. “Mit einer mehr als 40 Stunden Woche, einem überdurchschnittlichen Maß an Motivation, viel Spaß und Lebensfreude hatte sie es geschafft.” Mit diesen Worten wurde ich vorgestellt und durfte meinen Diskurs zum Thema Selbstständigkeit beginnen.

Ungezwungen und mit besonders viel Spaß erzählte ich über den Ritt auf der Achterbahn der Unternehmens Gründung zu Beginn diesen Jahres. Viele Hochs und Tiefs waren es und somit genügend Stoff um 3-4 Stunden zu füllen. Zu meiner Verwunderung wurde aus der Unternehmens-Gründungs-Geschichte schnell ein Workshop zum Thema Blogging und Social Media.

“Was genau ist jetzt eigentlich ein Vlogger?” und “Können die wirklich davon leben bzw. was für einen Vorteil haben Unternehmen, die Blogger Relations betreiben?” – diese Fragen zogen sich durch den ganzen Vormittag und waren Grundlage für eine spannende Diskussion. Von Analysen diverser NGO Postings bis hin zu Kommunikationsstrategien einer Schule war alles dabei.

Generation Y – oder so?

Irgendwer hatte immer das Handy in der Hand und “spazierte” durch den Feed von Instagram, Snapchat und Facebook – in dieser Reihenfolge. Twitter Who?

Ursprünglich bin ich davon ausgegangen, dass ich mit lauter Millenials und einem Bestandteil der Generation Y am Tisch sitzen würde. Dachte ich zumindest. Trotzdem musste ich feststellen, dass diese Zielgruppe trotz exzessiven Konsum von Inhalten auf Social Media Plattformen nicht unterscheiden konnte, welche dieser Inhalte nun wirklich nützlich oder eben “für die Fisch'” sind. “Man scrollt halt durch und bleibt stehen, wenn einem etwas gefällt” – war die Antwort auf meine Frage nach dem Mehrwert. Ist es für diese Gruppe von Konsumenten überhaupt wichtig bzw. notwendig zwischen guten und weniger guten Inhalten im Internet unterscheiden zu können? Oder ist es schlussendlich die Aufgabe von PR-Leuten, Unternehmen und Kommunikatoren dieses Bewusstsein zu schaffen?

Content OverloadImage – Relevanz und Vertrauen

Nach eben diesem Bewusstsein zu fragen und eine ernüchternde Antwort zu bekommen war für mich in diesem Moment wenig nachvollziehbar.

Klar. Ich habe täglich mit Content zu tun und kann mir nicht vorstellen, dass man bei der Qualität von Inhalten nicht zwischen gut und böse unterscheiden kann. Trotz allem sind Konsumenten eben dieser Inhalte verwöhnt.

Verwöhnt mit der Vielfalt einer einzigen Meldung aus diversen Blickwinkeln bespielt zu werden. Gut für Leser und User aber was genau bedeutet das im Umkehrschluss für Unternehmen und Medienhäuser? Welche Maßnahmen müssen gesetzt werden, um genau dieser eine relevante Anbieter von “spannenden” Inhalten zu sein. Eine Frage, die schon seit längerem im Raum (und in den Vorlesungssälen diverser FHs und Unis) steht, sich aber keiner NOCH traut, ein konkretes Statement darüber zu verfassen. Schwierig.

Die EINE Antwort auf diese Frage | Problemstellung wird es nämlich nicht geben. Sich am Verhalten der eigenen Zielgruppe zu orientieren ist möglich, aber viele Unternehmen und Medienhäuser vernachlässigen diese Positionierung-Chance schon sehr lange. Ohne Sicht auf Besserung.

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